OPALIKA von SCHOTT

Hier werden Glasprodukte beschrieben und erklärt.

Natürlich können Sie allebeschriebenen Produkte über Ihre GLS beziehen.

OPALIKA von SCHOTT

Beitragvon Robby Enders » 22.12.2007 11:18

OPALIKA-MILCHÜBERFANGGLAS



Bei OPALIKA handelt es sich um ein maschinengezogenes

Zweischichtenglas, bestehend aus einem farblosen Grundglas, das

als Trägermaterial einer dünnen milchfarbenen Überfangschicht zur

Erzeugung diffusen, schattenarmen Lichts dient.

OPALIKA wird als Abdeckscheiben für Zeichentische, in

Röntgenbildbetrachtungsgeräten sowie sonstigen messtechnischen

und medizinischen Geräten verwendet. Darüber hinaus findet es

Anwendung in Lichtdecken und Wänden, bei Zierverglasungen in

Hotelhallen, im Ladenbau, in Büroräumen, Banken, Museen und in

der Möbelindustrie.

Entsprechend den geforderten, mechanischen Anforderungen wird

OPALIKA bei nahezu gleichbleibender Milchschichtdicke in

6 verschiedenen Grundglasdicken geliefert.



Die nachfolgenden Eigenschaften beruhen überwiegend auf den Messergebnissen neuester Normen

bzw. Messverfahren. Diese sind in den dazugehörigen "Mess- und Prüfverfahren" definiert.

Wir behalten uns das Recht vor, die Daten dem Stand der Technik anzupassen.

Nicht tolerierte Größen sind Anhaltswerte einer mittleren Produktionslage.

Mit dem Sonderzeichen à versehene Angaben sind für die Glasart nicht zutreffend, bzw. es liegen

keine Angaben vor.

Von dieser Spezifikation abweichende Anforderungen müssen mit einer Kundenvereinbarung

schriftlich geregelt werden.

Freigabedatum: 29. Januar 2002



1. Optische Eigenschaften

1.1 Brechzahl (Grundglas, gekühlt mit 40 °C/h) n e 1,525

1.2 Transmissionsgrade

1.2.1 Spektraler Transmissionsgrad t (l )

1.2.1.1 t (l ) - Kurve

Verlauf des spektralen Transmissionsgrades t (l ) für

(l = 300 nm bis 800 nm) t vA = 32 %

1.2.2 Lichttransmissionsgrad t v

Der Lichttransmisssionsgrad ist abhängig von der Milchschicht,

deren Dicke über die Herstellungsbreite variiert und im Allgemeinen

bei 0,45 mm + 0,35 mm / - 0,2 mm liegt. Bei der angegebenen

Nenndicke der Milchschicht von 0,45 mm erreicht man folgenden

Lichttransmissionsgrad t vA in % (siehe auch 6.2) 32 ± 8

2. Thermische Eigenschaften (nur Grundglas)

2.1 Viskositäten und die dazugehörigen Temperaturen

Erweichungstemperatur EW in °C (h = 107,6 dPas) 719

2.2 Transformationstemperatur Tg in °C 533

2.3 Längenausdehnungskoeffizient a

2.3.1 Mittlerer thermischer Längenausdehnungskoeffizient

a (20 °C;300 °C) in 10-6 K-1 (statische Messung) 9,4

3.Mechanische Eigenschaften

3.1 Dichte r in g/cm³ 2,6

3.2 Spannungsoptischer Koeffizient C in 1,02 ×10-12 m²/N 2,7

3.3 Bruchfestigkeit

Zulässiger Wert für die Biegefestigkeit s zul technisch

entspannter Gläser als Berechnungsgrundlage (Luft) in N/mm². 30

Eine Erhöhung der mechanischen Festigkeit ist durch thermisches Vorspannen möglich

3.3.1 Chemisches Vorspannen entfällt

3.3.2 Thermisches Vorspannen

Es ist dabei das unterschiedliche Viskositätsverhalten von

Milchschicht und Grundglas zu berücksichtigen und ggf.

die Erfüllung von ESG - Forderungen zu überprüfen.

Als Folge einer thermischen Behandlung kann sich der

Transmissionsgrad verändern bei gleichzeitiger Änderung

der Streuindikatrix (siehe Pkt. 6.1).

4. Chemische Eigenschaften

Da beide Glasarten ein extrem unterschiedliches Verhalten in der

hydrolytischen-, Säure- und Laugenbeständigkeit zeigen, können

die hierfür üblichen Klasseneinteilungen nicht vorgenommen werden.

Man kann sagen, dass OPALIKA weitgehend unempfindlich gegen

die Einwirkung von Wasser, Säuren, Laugen und Salzlösungen

(mit Ausnahme der Flusssäure) ist.

5. Elektrische Eigenschaften entfällt

6. Sonstige Eigenschaften

6.1 Lichtstreuung

Im sichtbaren Spektralbereich ist OPALIKA annähernd ideal streuend, d.h. die winkelabhängige Streuung (Streuindikatrix ) stellt sich grafisch angenähert als Kreis dar.

Der verbleibende Anteil gerichteter Strahlung überlagert sich und

führt in der Nullachse zu einer wellenlängenabhängigen

Ausprägung ("Nase"), die mit steigenden Wellenlängen über

l = 800 nm deutlich zunimmt.

Typische Streuindikatrix (keine spezifizierte Größe) siehe Anlage

6.2 Eingeengte Toleranzen

Für messtechnische Anforderungen sind in Abhängigkeit von

der Scheibengröße eingeengte Toleranzen (t bzw. d Milch ) möglich.
Mit freundlichen Grüßen

GLS Spezial-& Farbglashandel GmbH



Robby Enders
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